Vaultbreakers wagt ein mutiges Crossover im Multiplayer-Gaming: Es kombiniert das isometrische, auf Skillshots basierende Kampfsystem eines Action-RPGs mit dem nervenaufreibenden Risiko- und Extraction-Loop von Spielen wie Escape from Tarkov und Dark and Darker. Entwickelt von BetaDwarf und co-veröffentlicht mit Square Enix, verlagert der Titel das Extraction-Genre weg von Ego-Shootern hin zu taktischen Top-Down-Brawls. Basierend auf umfangreichen Hands-on-Playtests und öffentlichen Demo-Builds zeigt Vaultbreakers außergewöhnliches mechanisches Potenzial, auch wenn das technische Fundament vor dem Launch noch spürbare Ecken und Kanten aufweist.
Was ist Vaultbreakers? Der Core-Gameplay-Loop
Vaultbreakers versetzt die Spieler in ein Fantasy-Reich, das durch das Wiedererwachen der Dragonvault korrumpiert wurde – einer dunklen, schwebenden Festung, die verfluchte Artefakte über die Welt regnen lässt. Als sogenannter „Breaker“ besteht dein Ziel darin, in eine prozedural veränderliche, feindselige Zone aufzubrechen, dich durch Monsterlager und Elite-Bosse zu kämpfen, Relikte sowie Handwerksmaterialien zu sammeln, gegnerische Spieler herauszufordern und rechtzeitig vor dem Zusammenbruch der Karte ein Extraktionsportal zu erreichen.
Die Runden sind auf Schnelligkeit ausgelegt. Im Gegensatz zu den 30 bis 45 Minuten dauernden taktischen Schleichfahrten typischer militärischer Extraction-Shooter dauert eine Standardexpedition in Vaultbreakers zwischen 10 und 16 Minuten:
- Einsatz: Die Spieler spawnen entlang des äußeren Rands der Karte – entweder solo oder als Duo.
- Erkundung & PvE: Die Navigation durch das Terrain erfordert das Beseitigen einfacher Mobs, das Ernten von Ressourcenknoten (wie Eisenholz oder Kräuter) und das Angehen besonders lohnender Points of Interest, darunter spinnennverseuchte Höhlen oder verschlossene Ruinen.
- Zonentempo: Ein tödlicher, herannahender Sturm verkleinert das spielbare Areal im Verlauf von rund 16 Minuten. Erste Extraktionsportale öffnen sich etwa ab der 10-Minuten-Marke.
- Extraktionsregeln: Fluchtpunkte existieren als Einzelspieler-Portale (die kanalisiert werden und dich individuell extrahieren) oder Gruppenportale (bei denen ein Areal gegen anstürmende Feindeswellen verteidigt werden muss). Wer bis zum finalen Zusammenbruch überlebt, dem bleibt nur noch ein hart umkämpftes zentrales Portal.
- Todesstrafen: Ein Tod führt zum Verlust aller ausgerüsteten Waffen und Rüstungen sowie der Hälfte der im Rucksack mitgeführten unraffinierten Materialien.
Durch den Wechsel zur isometrischen Top-Down-Perspektive mit WASD-Bewegung und mausgesteuerten Skillshots eliminiert das Spiel den Frust, von unsichtbaren Scharfschützen über die halbe Karte hinweg erledigt zu werden. Wenn Gefechte schiefgehen, sind Tode direkt auf verpasste Ausweichmanöver, schlechte Positionierung oder falsch getimte Cooldowns zurückzuführen – und nicht auf versteckte Camper.
Spielbare Breaker und Kampfmechaniken
Das Kampfsystem in Vaultbreakers funktioniert exakt wie in einem modernen MOBA oder schnellen ARPG. Jeder Held betritt das Schlachtfeld mit einem Basisangriff, einer aktiven Ausweich-/Mobilitätsfähigkeit auf der Leertaste, drei primären Kampffähigkeiten und einer wirkungsvollen Ultimate.
Während der Community-Playtests standen fünf unterschiedliche Breaker zur Verfügung:
| Breaker | Archetyp / Herkunft | Wichtigste Stärken | Hauptschwachstellen | Kampfsignatur |
|---|---|---|---|---|
| Bjornir | Tank / Stoutheart | Zähigkeit, starke Massenkontrolle, Teamschilde | Geringer Einzelschaden | Verteilt Frost-Stapel mit einem Eishammer; bietet unverwundbaren Eisblock und Betäubungen gegen mehrere Ziele. |
| Sparkwing | Magier / Valdrake | Flächenschaden, schnelle Repositionierung | Fragil, anfällig für harte Massenkontrolle | Markiert Ziele mit „Zap“, reduziert Dash-Cooldowns und zündet kreisende Elektrokugeln. |
| Namira | Waldläufer / Wildelf | Rasanter Fernkampf-Einzelschaden | Geringe Überlebensfähigkeit, fehlt Flächenschaden | Stapelt Mottenmarkierungen mit Bogenschüssen für extremes Angriffstempo und Fernkampf-Stuns. |
| Lumiri | Support-Kontrolle / Wildelf | Raumkontrolle, Schilde für sich und Verbündete | Schwache Zielfokussierung, geringer Roh-Burst | Beschwört schießende Pflanzen, errichtet dornige Wurzelwände und stößt herannahende Bedrohungen zurück. |
| Thora | Berserker / Stoutheart | Immenser Burst, anhaltende Selbstheilung | Eingeschränkte Mobilität, Fähigkeiten kosten Leben | Opfert Gesundheit in wiederherstellbare „Wunden“, um Angriffsgeschwindigkeit und Krit-Chance zu steigern sowie Dreifach-Erdbeben auszulösen. |
Der Kampf belohnt mechanisches Können. Feinde kündigen weite Schwünge und Flächenzauber mit roten Indikatoren an, und jeder Charakter besitzt eine Ausweichfähigkeit mit Unverwundbarkeitsframes (i-Frames). Das punktgenaue Ausweichen durch den Rundumschlag eines Bosses oder das Ausspielen eines aggressiven Duos im Alleingang fühlt sich wuchtig, flüssig und reaktionsschnell an.
Meta-Progression: Aufbau des Haven und Artefakte
Das lebendige Entkommen ist nur die halbe Miete; die mitgebrachten Gegenstände treiben die dauerhafte Progression in deiner persönlichen Siedlung, dem Haven, voran. Der Hub ist anfangs größtenteils verlassen, doch durch das Abschließen von Kampagnenmissionen und das Abgeben von Ressourcen werden nach und nach funktionale Gebäude wiederhergestellt und spezialisierte Händler freigeschaltet:
- Gondrak der Schmied: Schaltet Handwerksrezepte für Rüstungssets, Schwerter und Äxte frei.
- Vexi die Alchemistin: Ermöglicht das Brauen essenzieller Heiltränke, Bandagen und nützlicher Utility-Elixiere.
- Lel der Slot-Meister: Erweitert die aktiven Ausrüstungsplätze für Ringe, Amulette und Artefakte.
- Silver Sam: Erhöht das Lagerlimit des städtischen Lagerhauses.
- Leyline-Kristall: Das Aufwerten dieses zentralen Monuments schaltet accountweite passive Boni frei – beispielsweise das Behalten von mehr Handwerksmaterialien beim Tod oder schnellere Kanalisierungszeiten bei Solo-Extraktionen.
Zusätzlich steigen die Breaker individuell durch das Spielen im Level auf. Dabei schalten sie anpassbare passive Talentbäume frei (bis zu vier aktive Perks gleichzeitig), die das Verhalten von Fertigkeiten verändern – etwa indem sie Ausweich-Dashes in explosive Angriffszauber verwandeln oder Bonusenergie gewähren, wenn man getroffen wird.
Höhen und Tiefen: Feedback aus den Playtests
Das Feedback aus den Entwickler-Playtests hebt deutliche Stärken hervor, zeigt aber auch wiederkehrende Schwachstellen auf, die vor dem finalen Release noch Zuwendung erfordern.
Wo das Spiel glänzt
- Flottes, fesselndes Pacing: Die Verdichtung des Extraction-Loops auf intensive Abschnitte von 10 bis 15 Minuten respektiert die Zeit der Spieler und liefert gleichzeitig adrenalingeladene Begegnungen.
- Lesbarkeit und faire Kämpfe: Die Top-Down-Perspektive garantiert volle taktische Übersicht. Spieler können Umgebungsgeräusche, Schritte und interaktive Kartenauslöser (wie das Aktivieren eines Geschwindigkeitsaltars oder das Öffnen eines verschlossenen Tors) nutzen, um Hinterhalte zu planen oder Kämpfen aus dem Weg zu gehen.
- Gelungenes PvE-Bossdesign: Abgeriegelte Points of Interest wie die Scrat-Invasion oder die Elementarhöhle bieten komplexe Mehrphasen-Bosse, die traditionellen Dungeon-Crawlern in nichts nachstehen.
Baustellen und nötiger Feinschliff
- Server- und Client-Stabilität: Tester berichteten regelmäßig von plötzlichen Desktop-Abstürzen des Clients sowie von einem schwerwiegenden „Not Ready“-Lobby-Fehler, der zwischen den Runden einen kompletten Neustart des Spiels erzwang.
- Kein Verbindungsabbruch-Schutz: Stürzt der Client während eines aktiven Raids ab oder bricht die Verbindung ab, stirbt der Charakter augenblicklich. Dadurch verlieren Spieler ihre gesamte Ausrüstung – völlig unverschuldet.
- Anfängliche Inventar-Engpässe: In frühen Tests waren Fortschrittsressourcen und Lagerhaus-Vorräte an den jeweiligen Charakter gebunden statt accountweit geteilt zu werden. Der Wechsel zu einem neuen Breaker fühlte sich dadurch wie ein unnötiger Reset an.
- Ausrüstungsungleichgewicht: Während Duelle zwischen gleichwertig ausgestatteten Spielern hervorragende Schlagabtausche bieten, können extreme Differenzen im Gear-Score dazu führen, dass schlechter ausgerüstete Spieler binnen Sekunden eliminiert werden, noch bevor sie reagieren können.
- Strikte Verbrauchsgegenstand-Slots: Spieler verfügen lediglich über zwei bis drei Schnellleisten-Plätze für Verbrauchsgegenstände. Diese sind fast immer durch zwingend notwendige Nahrung und Heiltränke belegt, sodass kaum Raum für Tarnungs-, Hast- oder Schildfläschchen bleibt.
PC-Systemanforderungen
Gemäß den offiziellen Steam-Spezifikationen von BetaDwarf ist Vaultbreakers so konzipiert, dass es auch auf moderater PC-Hardware läuft; eine SSD wird jedoch dringend empfohlen:
| Anforderungsstufe | Betriebssystem | Prozessor | Arbeitsspeicher | Grafikkarte | Speicherplatz |
|---|---|---|---|---|---|
| Minimum | Windows 10 (64-Bit) | 4 Kerne @ 3,2 GHz | 12 GB RAM | NVIDIA GeForce GTX 960 oder AMD Radeon R9 380 | 10 GB verfügbar (DirectX 12) |
| Empfohlen | Windows 10 (64-Bit) | 8 Kerne @ 3,6 GHz | 16 GB RAM | NVIDIA GeForce GTX 1660 oder AMD Radeon RX 590 | 10 GB verfügbar (SSD empfohlen) |
Fazit: Lohnt sich Vaultbreakers?
Vaultbreakers besetzt zielsicher eine bislang vernachlässigte Nische auf dem Multiplayer-Markt. Während die Branche von taktischen Ego-Extraction-Shootern überschwemmt wird, bietet ein actiongeladener, isometrischer Extraction-Brawler eine erfrischende Alternative für Fans von League of Legends, Battlerite und Diablo, die echte Risiken und Nervenkitzel suchen, ohne auf Gunplay zurückzugreifen.
Gelingt es BetaDwarf, die Serverprobleme zu beheben, Reconnect-Funktionen nachzureichen und die Gear-Score-Skalierung im Matchmaking zu verfeinern, bringt Vaultbreakers alle Grundvoraussetzungen mit, um zu einer festen Größe im Multiplayer-Bereich zu werden. Wer neugierig geworden ist, sollte die kommenden Steam-Playtests und Demos im Auge behalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer entwickelt Vaultbreakers?
Vaultbreakers wird von BetaDwarf entwickelt, dem dänischen Studio hinter Minion Masters und FORCED, in Partnerschaft mit dem Publisher Square Enix.
Unterstützt Vaultbreakers Solo-Spieler?
Ja. Vaultbreakers erlaubt es Solo-Spielern, allein in Matches zu starten. In Playtests, in denen Solos und Duos in denselben Lobbys spielten, erhielten Einzelspieler grundlegende „Einsamer Wolf“-Statusboni (wie zusätzliche Lebenspunkte und Verteidigungsbuffs), um die Chancen gegen Zweierteams auszugleichen. Zudem wurden separate Solo-Warteschlangen getestet.
Was passiert, wenn man während eines Matches stirbt?
Segnet dein Charakter während einer Expedition das Zeitliche, verlierst du alle aktuell ausgerüsteten Waffen, Rüstungen und Schmuckstücke. Zudem büßt du etwa 50 % der im Rucksack gelagerten Handwerksmaterialien ein. Der permanente Ausbau deiner Siedlung, abgeschlossene Questschritte und Gegenstände in deiner Haven-Bank bleiben davon jedoch unberührt.
Ist Vaultbreakers Free-to-Play?
Das endgültige Preismodell für den Launch wurde auf Steam noch nicht verbindlich bestätigt, allerdings verweist der Steam-Eintrag neben öffentlichen Gratis-Demos und geschlossenen Alpha-/Beta-Tests auf Free-to-Play-Tags. Abschließende Details zum kommerziellen Release stehen seitens des Publishers noch aus.









